Und dann kam Corona – Wie man komplexe internationale ERP-Projekte trotzdem in Time, Budget und Quality erfolgreich abschließen kann

Autorin: Julia Rettig | Veröffentlicht: 14.10.2020

SAP hausiert gerne mit dem Intelligent Enterprise – einer Herangehensweise an eine Enterprise Architecture, die vor allem mit Effizienz, Agilität und Transparenz unternehmensübergreifend glänzt.

Mit diesem Ansatz ist es erklärbar, warum der SAP-Markt trotz COVID-19 Pandemie nicht eingebrochen ist und man nach starken Q2 Zahlen gespannt auf die kommenden Quartalszahlen aus Walldorf schaut. Unterschiede gibt es ganz klar zwischen einzelnen Branchen, im breiten Überblick werden SAP-Projekte trotzdem nicht vollumfänglich auf Eis gelegt – vor allem nicht, wenn es sich um große Strategie- und ERP-Projekte handelt.

Nach dem initialen Corona-Kollaps im März haben sich die Unternehmen schnell wieder aufgerafft und teilweise während des Lockdowns die Weichen für die Zukunft gelegt. Durch eine komplette Umstellung auf Remotebetrieb und angepasstes Projektmanagement haben bisweilen drei unserer Kunden internationale Go-Lives durchgeführt. Das war zugegebenermaßen auch nicht vermeidbar, denn: zum Teilen jahrelange Vorarbeit hat den Herausforderungen getrotzt. Und – hier tatsächlich ohne Pathos – steht gerade mit der Pandemie die Existenz vieler Unternehmen auf dem Spiel. Ein ERP-Projekt, das hierbei die TCO senkt, schnellere Entscheidungsfähigkeit ermöglicht und die internationale Zusammenarbeit optimiert ist dann die Grundlage dafür langfristig und stabil weitermachen zu können.

Nach einer unsicheren ersten Zeit im März mit Reiseeinschränkungen und psychischer Belastung der Projektmitarbeitenden haben wir mit unseren Kunden schnell Maßnahmen getroffen:

  • Vergrößerung der Projektteams

  • Projektplanung agil angepasst, ohne Go-Live zu verschieben

  • Remote Steuerung durch Collaboration-Tools und effizientes Video-Conferencing

Grafik internationale Projekte effizient abwickeln

Effizienz, Agilität und Transparenz – ganz nach dem Intelligent Enterprise – waren bereits das Maß aller Dinge. Die Pandemie hat das nochmal verdeutlicht.

SAP S/4HANA Transformation als Chance: Wie geht eine effiziente Umstellung aber eigentlich?

Eine moderne IT-Infrastruktur ist kein Statussymbol mehr – es ist die Grundlage für gesundes und krisenfestes Wirtschaften. Und entgegen der Faktoren, mit denen ein Unternehmen umgehen muss, weil sie von außen kommen (Branchenentwicklung, Kaufverhalten, Pandemien) ist die ERP-Strategie ein intrinsisches Thema und somit auch maximal steuerbar. Dass die Transformation zu SAP S/4HANA inzwischen auch lieber früher als später beginnen sollte, dafür sprechen folgende Punkte

  • Beratermarkt – mit dem Wartungsende von SAP ECC beginnt das Ringen um die Berater für SAP S/4HANA Transformationen.

  • Effizienz und Transparenz sind die Grundlagen für unternehmerischen Erfolg und SAP S/4HANA bringt die Basis dafür mit: durch End-to-End Prozesse wie Lead-to-Cash, Source-to-Pay, Order-to-Cash und Record-to-Report, die SAP standardmäßig anbietet.

  • Langfristig niedrigere TCO durch integrierte Lösungen (APO), eingebettete Funktionen (embedded Analytics) und Simplifizierungen

  • Usability erleichtert Anwendern das Arbeiten mit dem System und verringert durch intuitive Nutzung den Schulungsaufwand und Fehleranfälligkeiten

Super! Aber: Wie auf SAP S/4HANA umstellen?

Jedes Unternehmen agiert unterschiedlich, hat eigene Werte und individuelle Herangehensweisen – das ist dementsprechend auch die Existenzberechtigung und der Schlüssel zum Erfolg. Daher sieht auch kein SAP S/4HANA Transformationsprojekt gleich aus. Es gibt Unternehmen, die es sich durch hervorragende Prozesse leisten können ihr System auf SAP S/4HANA zu heben, andere Unternehmen wollen von einer grünen Wiese profitieren und direkt neue Prozesse aufsetzen.

Greenfield (On-Premises oder Public Cloud)

Das Unternehmen startet auf der grünen Wiese und implementiert SAP S/4HANA entweder ganz neu (wenn vorher ein anderes ERP außer SAP genutzt wurde) oder migriert die SAP ERP-Daten von Bestandskunden in ein komplett neu aufgebautes SAP S/4HANA System. Der Vorteil hierbei? Sie können individuelle Anpassungen vornehmen, das System neu aufsetzen und direkt innovative Szenarien mitaufnehmen.

Brownfield (On-Premises)

Die kompletten Originaldaten werden in SAP S/4HANA konvertiert. Das bedeutet, dass Daten kosistent und die Prozesse ausgereift sind. Die Quelle ist das Ziel. Unternehmen, die diesen Ansatz wählen setzen oftmals auf eine Phaseneinführung und konvertieren erst ihre Systeme, bevor sie sich Innovationsszenarien widmen.

Selective Data Transition (On-Premises)

Unter Selective Data Transition verstehen wir die Systemkonvertierung von SAP ECC auf SAP S/4HANA ohne Stamm- und Bewegungsdaten. So ist es möglich Änderungen in der Systemarchitektur vorzunehmen und ggfs. Harmonisierungspotenzial zu nutzen. Stamm und Bewegungsdaten werden dann neu aufgebaut. Somit ist die Selective Data Transition der Mittelweg zwischen Greenfield und Brownfield.

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