SAP S/4HANA: Mehr als nur Technologie

Autor: Julia Rettig

Der Diskurs um eine SAP S/4HANA-Transformation ist sehr dynamisch. Während viele Unternehmen diese Frage erst einmal mit wenig Dringlichkeit behandelt haben, ist mit dem Heranrücken von 2025 doch jedem klar geworden: Unternehmen werden nicht um das neue SAP-ERP kommen, wenn sie auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und dabei auf innovative Technologien zurückgreifen wollen. Mit der Verlängerung der Wartung von ERP/ECC 6.0 und der SAP Business Suite 7 bis 2027 haben Unternehmen jetzt neue Zeit gewonnen, sollten das Projekt aber nicht weiter vor sich herschieben.

Aber warum beschäftigen sich Unternehmen nicht schon seit einigen Jahren mit einem Transformationsprojekt? Weniger aus purer Ignoranz oder Sturheit, sondern mehr, weil das operative Geschäft oder laufende Projekte alle internen und externen Ressourcen beanspruchen und vielleicht sogar die (Ehr-)Furcht vor einem SAP S/4HANA-Konsolidierungsprojekt zu groß ist.

Heterogenität und Medienbrüche: Nicht mit SAP S/4HANA

Es ist nicht unüblich, dass Unternehmen gewachsene, sehr heterogene Systemlandschaften nutzen, dass sogar Produktions- oder Vertriebsgesellschaften eines Unternehmens auf verschiedenen Systemen laufen. Das Zusammentragen von Daten und die einhergehenden Medienbrüche aus den einzelnen Systemen sind fehleranfällige Schwachstellen. Darüber hinaus bilden Ineffizienz, Redundanz und obsolete Denkweisen in Systemen statt Prozessen keine Grundlage für ein profundes Wachstum. SAP wirkt hier entgegen und verspricht mit einer Umstellung auf S/4HANA einen Weg für Unternehmen, die für die Zukunft sicher aufgestellt sein wollen. Dass der Schritt zu S/4HANA nicht nur technisch ein neues Feld bedeutet, sondern auch kulturelle Implikationen hat, ist aber kein Hindernis, sondern ein großer Vorteil. Disruption ist somit tatschlich mehr als nur ein Buzzword, nämlich auch eine Chance.

Mit SAP S/4HANA legen Unternehmen die Grundlage für die Nutzung neuer analytischer Möglichkeiten. So bietet SAP S/4HANA den Anwendern operatives Reporting in Echtzeit, das zu einer optimalen Entscheidungsunterstützung im System genutzt wird, ohne die Daten an ein separates Data Warehouse oder BI-Tool zu übergeben. Wichtig ist außerdem, dass Unternehmen mit SAP S/4HANA nicht mehr in Systemen denken müssen, sondern in Prozessen und folgerichtig in abteilungsübergreifenden Services.

End-to-End in der SAP-Architektur

Lead-to-Cash umfasst zum Beispiel den ersten Berührungspunkt eines potenziellen Kunden in einem Marketingsystem, das Lead Nurturing im CRM und die nachgelagerten Finanzprozesse. Alles wird end-to-end: Heterogene Systemlandschaften können hier wegen des hohen Aufwands der Stammdatenpflege und deren Abgleich sowie der Pflegeintensität der Schnittstellen kaum mithalten. Das bedeutet aber auch, dass sich Arbeitsabläufe ändern und Mitarbeiter verschiedener Abteilungen in Zukunft enger miteinander arbeiten werden.

Der Umstieg auf SAP S/4HANA ist unumgänglich. Die Tatsache, dass es sich um ein immenses IT-Projekt handeln wird, ebenso. GAP-Analysen und realistische Aufwandscheinschätzungen sind offensichtliche technische Grundlagen: Genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, ist allerdings das Bekenntnis des Unternehmens zu SAP S/4HANA, das Vertrauen in den Partner und ein durchdachtes Change Management.

SAP S/4HANA ist auch ein Mitarbeiterthema

Der Garant für den Projekterfolg sind die Mitarbeiter. Mitarbeiter, die eventuell seit vielen Jahren auf R/3 arbeiten und aktiv auf dem Weg zu S/4HANA begleitet werden müssen. Denn unmittelbar ist nicht allen klar, was der Mehrwert von neuen Oberflächen sein kann, warum Prozesse neu aufgesetzt werden und warum das Unternehmen sich überhaupt für SAP S/4HANA entschieden hat. Deshalb braucht es klare Verantwortungsbereiche, einen Partner, der weiß, wovon er spricht und Mitarbeiter, die sich vor dem Projekt und ihren neuen Arbeitsplätzen nicht fürchten, sondern ihnen entspannt entgegensehen.

Innovationen und Chancen mit SAP S/4HANA

S/4HANA und die HANA-Plattform wollen hohe Erwartungen erfüllen und SAP mit der neuen Technologie den Kunden und Usern eine Plattform bieten, auf der nachfolgende Innovationsprojekte abgebildet werden können und funktionale Möglichkeiten durch den Einsatz von IoT-Szenarien oder Big Data ausgeschöpft werden. S/4HANA bietet viel Potenzial und als Early Adopter den Vertrauensvorschuss zu wagen bringt realistisch eingeschätzt zwar immer noch viel manuellen Aufwand und die Voraussetzung, dass alles sehr gut durchgeplant ist – allerdings finden Innovationen nicht linear statt, sondern exponentiell.

Insofern ist das Change-Pace-Paradox vollkommen richtig: „change has never moved this fast, and it will never move this slowly again“ – und Unternehmen die früher auf S/4HANA umsteigen, sind ihren Markbegleitern nicht einfach die Zeit X voraus, sondern auch die Innovationskraft, die sie mit S/4HANA voll ausschöpfen.

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